Montag, 4. August 2008

Ungewollter persönlicher Rekord


Alle reden über Doping. Ich hab da jetzt eine bessere Idee, sozusagen aus eigener Erfahrung: Bin dieses Jahr wieder in Alcanices Mountainbike gefahren. Nachdem ich hier schon Begegnungen mit dem ein oder anderen wilden Gesellen hatte (Wolf, Adler, Wildschwein etc.), war ich mir eigentlich ziemlich sicher, daß mich hier so schnell nichts aus der Ruhe bringt. Außerdem habe ich für den Notfall immer mein Messer dabei. Also ich, frohen Mutes ab in die Berge. Diesmal ging es über eine alte, fast nicht mehr befahrene Straße in Richtung Portugal. Das letzte Dorf auf spanischer Seite ist Villarino tras la Sierra. Hier hab ich bemerkt, das Dank EU-Spende eine neue Straße Richtung Portugal gebaut worden ist. Normalerweise mag ich eigentlich keine Straßen, aber ich wollte trotzdem mal sehen wo die auskommt. Natürlich fuhr hier kein Auto. Warum auch, hier wohnt ja auch niemand. Aber Hauptsache Brüssel hat mal wieder was für die Infrastruktur auf dem Land getan. Nach ca. 2 km auf diesem neuen "Highway to nowhere" sah ich zwei große Hunde am Straßenrand. Zwei sehr schöne Hunde, aber je näher ich kam umso größer wurden Sie. Am Ende waren Sie einfach nur noch groß. Offensichtlich waren es zwei verwilderte Mastinos.

Aber hundeerfahren wie ich bin weiß man ja, wie man mit einer solchen Situation umzugehen hat. Einfach möglichst groß machen und drauf los fahren. Das erweckt den Eindruck der Überlegenheit. Hat auch funktioniert. Als ich noch näher kam verschwanden beide im Gebüsch. Siehste dachte ich, genauso geht das. Aber gerade mal 20 Meter gefahren, hatten die sich das wohl anders überlegt und setzten hinter mir her. Ganz klar: Auf den Hund zufahren = Überlegenheit, vom Hund Weg = Beute. Für den Bruchteil einer Sekunde dachte ich an mein Messer. Die Frage war Held oder Hase. Das Messer war 30cm zu kurz und ich entschied mich dafür kein Held zu sein und gab Gas. Gottseidank war die Straße neu und es ging nur geradeaus. Ich trat in die Pedale was das Zeug hielt. Die Viecher ca. 10 Meter hinter mir. Es war nichteinmal ein Bellen zu hören. Die hatten wohl einfach nur großen Appetit. Nach ca. 3 km ließen sie dann von mir ab. Sicherheitshalber bin ich noch 2 km weiter mit Vollgas gefahren, um dann in einem großen Bogen über Portugal nach Alcanices zurück zu fahren. Zu hause angekommen, hat mein Garmin als Höchstgeschwindigkeit 52 km/h angezeigt. Das war zumindest für mich auf dem MTB neuer persönlicher Rekord. Danach habe ich mir erstmal den Bauch vollgeschlagen und anschließend den ganzen Nachmittag geschlafen. Mit vollem Magen schläft es sich halt besser (nicht nur als Hund).