
Am 7. September 2007 war es wieder soweit. Wir haben uns aufgemacht zum Titisee, mein Nachbar Thomas und ich. Und auch dieses Jahr wieder ein Gefühl im Bauch wie vor einer Abiklausur für die man irgendwie nicht wirklich genug gepaukt hat. Aber was solls, jetzt hatten wir erst einmal 600 km Zeit über Sinn und Unsinn dieser Aktion nachzudenken. Immerhin fahren wir jetzt schon zum dritten mal dahin und sind schon soetwas wie alte Hasen. Also die Finishershirts vom letzten Jahr angezogen, die Bikes auf´s Auto und los gehts. Hotel und Startplätze hatten wir schon über 1/2 Jahr vorher gebucht, man weiß ja nie was so dazwischen kommen kann. Die Fahrt verlief gut, und wir kamen vollkommen entspannt in unserem Stammhotel Bären in Titisee an. Nachdem wir unsere Klamotten auf das Zimmer gebracht haben ging es gleich zum Kurhaus die Startunterlagen in Empfang nehmen. Anschließend haben wir einen Abstecher zum See gemacht. Jetzt wußten wir was anders als in den letzten Jahren war: Das Wasser war schweinekalt, es hat genieselt und insgesamt hatte alles eine Atmosphäre wie Loch Ness im Winter.
Keine Spur von Hawai-Feeling, sondern vielmehr eine Atmosphäre wie bei einem dieser dubiosen "ich bin durch das größte Schlammloch gekrochen" Rennen, die jetzt überall wie Pilze aus dem Boden schießen. Soviel zu den Rahmenbedingungen. Eigentlich konnte es jetzt nur noch besser werden. Traditionell sind wir jetzt erst einmal los und haben etwas gegen unsere akute "Unterhopfung" getan. Will heißen: haben uns ein Bier gegönnt. Auf ein Abfahren der Laufstrecke mit dem MTB haben wir verzichtet. Man muß ja das "Material" schonen. Danach ging es erst einmal zum Bären zurück und die Bikes ab in den Weinkeller. Nach den Diebstahlerfahrungen aus dem letzten Jahr war dies sicher der beste und sicherste Ort.
Jetzt ab in die Sauna, umgezogen und um 19:00h pünktlich zur Pastaparty. Neben vielen Pro´s waren diesmal auch wieder eine ganze Menge "Jedermänner" so wie wir dabei. Ich hab mir dann den Bauch mit Nudeln vollgeschlagen (gehört sich ja so und als echter Sportler paßt da ja auch ne Menge rein) und nach weiteren 1-2 Bier sind wir dann zurück zum Hotel (selbst das überschäumende Nachtleben von Titisee konnte unsere Disziplin nicht brechen). Nach einem kurzen Abstecher in die Hotelbar zu Stefan sind wir dann auch ins Bett. Noch ein letztes mal die Sinnfrage gestellt und ab in den Tiefschlaf. Am nächsten Morgen dann der gespannte Blick aus dem Fenster: Es war einigermaßen neblig und mit 7 Grad saukalt.

Nach dem Frühstück ging es dann zum Einchecken der Bikes. Beim Gedanken an den See überkam mich ein Schauer. Aber der sollte ja "definierte" 14,5 Grad haben. Und dann ging es los...

700-1000 Meter können ja sooo kurz sein wenn man wieder raus will. Danach ab auf´s Bike. Zum ersten mal hab ich mir bei T1 eine Fahrradjacke übergezogen. Besser blöd aussehen als frieren dachte ich. Also auf´s Rad und los gehts. Nach einem kurzen relativ geraden Stück fährt man wie gegen eine Wand (genannt die Rodelbahn). Hier muß man erst einmal hinauf. Hinauf heißt erst einmal 400 Höhenmeter auf 2 km Strecke bis zum Hochfirstturm. In den letzten Jahren war für mich (und viele andere) immer nach ca. 1/3 der Strecke Schluß und ich mußte schieben. Diesmal hatte ich mir fest vorgenommen im Sattel bis oben zu kommen. Und, dank Herrn Shimano, hat es auch funktioniert. Vom Hochfirst geht es zunächst einmal eine langgezogene Abfahrt hinab, bis man in einen Single Trail einbiegt der einen irgendwann zur Skisprungschanze von Neustadt führt. Hier geht es dann mehr oder weniger parallel zur Schanze steil nach unten bis in den Auslauf. Nur fliegen ist schöner! Das gemeine ist nun, daß man anschließend über Treppen, das MTB auf den Schultern wieder hinauf bis zum Schanzentisch muß. Den Rest der Strecke kann man dann einfach genießen. Wunderschöne Singletrails mal etwas bergauf, mal etwas bergab bis zum Maritim. Ab gehts nun in die Laufschuhe. Die Laufstrecke wird dieses Jahr zum ersten mal Ihrer Bestimmung als Crossstrecke gerecht. Es geht erneut in den Wald Richtung Hochfirst. Allerdings rechts von der Rodelbahn zunächst einen Waldweg stetig hinauf. Auf der sogennaten Saiger Höhe biegt man dann auf einen Trampelpfad, der es in sich hat. Hier geht es teilweise steil bergab, über Hindernisse oder durch Schlamm und Pfützen. Dann endlich sieht man das Ziel vor sich. Nur noch über eine provisorische Holzbrücke die Radstrecke überqueren und das Ziel an der Uferpromenade von Neustadt ist erreicht. Anschließend gehts in die Chill-Out Zone, wo man sich mit Kuchen, Getränken (diemal gabs Erdinger ohne Geschmack statt Rothaus Tannenzäpfchen), Obst und vielen anderen Dingen verwöhnen kann.

Nachdem wir unsere Knochen wieder einigermaßen sortiert hatten, haben wir die Bikes ausgecheckt und sind zum Hotel. Unser Wirt Stefan hat uns dort mit einem Gutschein über eine Ganzkörpermassage überrascht. Also sind wir erst einmal in die Sauna, Schwimmen und dann zur Massage. Danach war alles garnicht mehr so schlimm und wir waren wieder Fit für den Awards Dinner. Der fand wie die Pastaparty im Kurhaus statt. Also wir dahin und erst einmal richtig satt gegessen. Die endlosen Siegerehrungen liefen dabei wie ein Film im Hintergrund ab. Klasse beim X-Terra ist allerdings, daß alle die hier mitmachen wie eine große Familie sind. Hier wird kein Unterschied zwischen Profi´s und Freizeitartisten wie uns gemacht. Du warst dabei und gehörst einfach dazu. Dabei sein wollen wir auf jeden Fall wieder im nächsten Jahr, egal wie kalt das Wasser ist und wie ungemütlich das Wetter. Das ist eben X-Terra. Leider geht es diesmal nicht zum Titisee sondern nach Zittau, da das Rennen im Schwarzwald abgesagt wurde. Aber geben wir Zittau eine Chance... Außerdem ist diesmal Harry der Chearleaderschreck wieder dabei. Hab mir sagen lassen er ist diesmal in Topform und wird Faris jagen!